Blog

Die Standards energieeffizienter Bauweisen


veröffentlicht am 20.11.2017 von ERGE



In Zeiten stetig steigender Nebenkosten ist es im Sinne nahezu aller Eigenheimbesitzer, über eine möglichst energieeffiziente Immobilie zu verfügen. Auch der Gesetzgeber hat es inzwischen erkannt, wie wichtig energieeffizientes Bauen aus Gründen der Umwelt ist. Entsprechend beschäftigen Themen wie Energieeffizientes Bauen und Nachhaltigkeit der Immobilien vor allem Bauherren, die sich ihren Traum vom Eigenheim kurz- oder mittelfristig erfüllen möchten. Was es mit dem Thema energieeffiziente sowie nachhaltige Immobilienbauweise auf sich hat und worauf Sie achten müssen, wenn Sie verschiedene Standards einhalten möchten, werden Sie in diesem Artikel erfahren.

Grundlagen für die Standards in Sachen energieeffiziente Immobilienbauweise
Grundsätzlich ist eine energieeffiziente Bauweise gesetzlich vorgeschrieben. So muss heutzutage jede neue Immobilie als Energiesparhaus konzipiert und gebaut werden. Gehen Sie beim Neubau über die Mindestanforderungen hinaus, können Sie sich über eine staatliche Förderung freuen. Die jeweiligen einzuhaltenden Vorgaben werden vom Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sowie der aktuellen Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) festgelegt.

Die Standards gemäß EnEV 2014
Von der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 wird die Obergrenze für den Primärenergiebedarf von neugebauten Immobilien festgelegt. In diesem Kennwert werden zwei Dinge festgelegt:

(1) Die Heizenergie in der Einheit Kilowattstunden, die im Haus verbraucht wird.
(2) Der Energieaufwand, der für Bereitstellung, die Transformation und den Transport der Heizwärme notwendig war.

Dieser Energieaufwand ist unterschiedlich groß - abhängig vom jeweiligen Energieträger. Als Energieträger kommen beispielsweise Holz, Erdgas oder Heizöl infrage.
Für jede Immobilie wird der Primärenergiebedarf individuell errechnet und ist abhängig von Lage, Größe, Gebäudeform sowie weiteren Daten der Immobilie. Die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 überlässt dem Bauherrn einen gewissen Spielraum, auf welche Weise er energieeffizient bauen möchte. Sie können beispielsweise selbst entscheiden, ob Sie Ihre Schwerpunkte lieber auf die Haustechnik oder den Wärmeschutz setzen möchten.

Erneuerbare Energien zum Heizen
Seit dem Jahr 2009 werden die Vorschriften der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 für neue Immobilien durch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz ergänzt. Dieses Gesetz verpflichtet den Bauherrn dazu, Teile des Wärmebedarfs der neuen Immobilie mithilfe von erneuerbaren Energien, beispielsweise Umweltwärme, Biomasse oder Solarthermie, zu decken. Die Höhe des Anteils ist abhängig von der Art der verwendeten Energiequelle:

• Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen müssen mindestens 50 Prozent der Heizwärme der Immobilie zur Verfügung stellen.
• Bei einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung muss dieser Wert mindestens 15 Prozent betragen.

Kann oder möchte der Immobilienbesitzer keine erneuerbaren Energien einsetzen, müssen als Ersatz andere klimaschonende Maßnahmen vorgenommen werden, wie etwa eine besonders effiziente Dämmung der Immobilie.

Nachhaltigkeit der Immobilien in der Praxis
Ein Einfamilienhaus, das die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes sowie der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 berücksichtigt, könnte beispielsweise folgende Merkmale aufweisen:

• Dämmung von Keller und Dach,
• hochdämmendes Mauerwerk,
• Fenster, die über eine zwei- oder dreifache Wärmeschutzverglasung verfügen,
• Wohnungslüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung,
• Ölbrennwertheizung und zusätzlich Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung (alternativ hierzu eine Pelletheizung).

Darf es ein bisschen weniger Energieverbrauch sein?
Immobilien, die einen noch geringeren Energieverbrauch haben als ein Haus, das den Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 entspricht, bezeichnet man als Effizienzhaus. Mit dem Programm „Energieeffizient Bauen“ werden Effizienzhäuser durch die staatliche KfW-Bankengruppe finanziell gefördert. Hierfür stehen die drei Standards 

• KfW-Effizienzhaus 40, 
• KfW-Effizienzhaus 55 und 
• KfW-Effizienzhaus 70 

zur Verfügung. 

Während der jährliche Primärenergiebedarf bei einem KfW-Effizienzhaus 70 maximal 70 Prozent der Werte, die nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 zulässig sind, erreichen darf, betragen diese bei den beiden anderen Standards entsprechend 40 oder 55 Prozent.
Wenn Sie noch mehr Energie einsparen möchten, können Sie sich für ein Passivhaus entscheiden. Auch dieser Standard wird staatlich gefördert. Die Immobilie muss bei einem Passivhaus optimal gedämmt sein, sodass der Bedarf an Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr einen Wert von 15 Kilowattstunden nicht überschreitet.

Fazit
Das Einhalten von Standards gemäß des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes und der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 ist nicht nur umweltfreundlich, sondern hilft dem Immobilienbesitzer auch dabei, langfristig Geld zu sparen. Insbesondere in Zeiten steigender Nebenkosten handelt es sich bei einer energieeffizienten Bauweise mit Sicherheit um eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Zusätzlich kann sich der Bauherr über finanzielle Förderungen freuen, wenn er die staatlichen Vorgaben bei energieeffizienten Immobilien beachtet und beim Hausbau umsetzt.
Zurück